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Transformation gemeinsam gestalten: Impulse von der Jahresveranstaltung TRAIBER.NRW 2026

Von wallrath, 28. Oktober 2026
TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW - Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW - Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahreskonferenz 2026

TRAIBER.NRW Jahreskonferenz 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

TRAIBER.NRW Jahresveranstaltung 2026

Wie gelingt die Transformation der bergischen Automobilzulieferindustrie? 

Diese Frage stand im Mittelpunkt der Jahresveranstaltung von TRAIBER.NRW am 14. Oktober 2026 in der Alten Maschinenhalle des Gründer- und Technologiezentrums in Solingen. Mit 95 Anmeldungen brachte die Veranstaltung Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und regionalen Netzwerken zusammen, um Herausforderungen zu diskutieren, Lösungsansätze kennenzulernen und Perspektiven für die weitere Transformation zu entwickeln.

Die Beiträge machten deutlich: Transformation ist weit mehr als technologischer Wandel. Sie erfordert strategische Weitsicht, neue Kompetenzen, eine veränderungsbereite Unternehmenskultur und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure. Im Mittelpunkt standen Fragen der Unternehmensführung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), die Qualifizierung von Beschäftigten und die Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen.

Transformation größer denken

Dr. Michael Krause vom Institute for Technologies and Management of Digital Transformation (TMDT) der Bergischen Universität Wuppertal beleuchtete unter dem Titel „Transformation leicht gemacht“, wie sich die Transformation der bergischen Automobilindustrie wirksamer unterstützen lässt. Dabei betrachtete er die drei Ebenen Region, Unternehmen und Beschäftigte. Regionale Strategiedialoge haben neue Austauschmöglichkeiten geschaffen und konkrete Maßnahmen für eine gemeinsame Transformationsstrategie hervorgebracht. Zugleich betonte Krause, dass die Zusammenarbeit im regionalen Automotive-Netzwerk intensiviert und bestehende Organisationsgrenzen überwunden werden müssen. Auch neue Märkte und Geschäftsmodelle sowie zusätzliche Perspektiven aus anderen Branchen können wichtige Impulse für den Wandel liefern.

Fazit: Transformation gelingt besser, wenn regionale Akteure Silodenken überwinden und ihre Kompetenzen bündeln.

Gülcin Avci und Maximilian Kellerer von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beleuchteten in ihrem Impuls die Rolle von Führungskräften in Transformationsprozessen der Automobilindustrie. Sie zeigten, dass Unternehmen den Wandel häufig aus technologischer und wirtschaftlicher Perspektive betrachten, während die Bedürfnisse der Beschäftigten zu wenig berücksichtigt werden. Eine Befragung von Volkswagen-Beschäftigten ergab, dass 84 Prozent künftig mehr mit neuen Technologien arbeiten möchten. Unsicherheit über die berufliche Zukunft, unzureichende Kommunikation und der Verlust vertrauter Strukturen können die Bereitschaft zur Mitgestaltung jedoch beeinträchtigen. Zudem verdeutlichte eine Studie, dass Beschäftigungssicherheit allein nicht ausreicht, um Beschäftigte für Veränderungen zu gewinnen.

Fazit: Führungskräfte müssen Orientierung geben, Vertrauen schaffen und Beschäftigte aktiv beteiligen. Dafür braucht es auch ausreichende Ressourcen für Qualifizierung und Veränderungsprozesse.

KI und Automatisierung strategisch einsetzen

Prof. Dr.-Ing. Clemens Faller von der Hochschule Bochum stellte die Potenziale von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung für die industrielle Produktionsplanung vor. Digitale Informationen, Optimierungsverfahren und KI können dazu beitragen, Produktionsabläufe effizienter zu gestalten, Liefertermine einzuhalten und auf Störungen schneller zu reagieren. Konkrete Anwendungsfelder reichen von einer verlässlichen digitalen Datenbasis über die Berücksichtigung des Energieverbrauchs bis hin zur KI-gestützten Prognose von Prozesszeiten. Auch das KI-basierte Forecasting, die Standardisierung von Engineering-Prozessen und die Simulation von Produktionsabläufen eröffnen neue Möglichkeiten. Anhand der Lernfabrik der Hochschule Bochum zeigte Faller zudem, wie industrielle Technologien und konkrete Anwendungsfälle praktisch erprobt werden können.

Fazit: Unternehmen sollten zunächst ihren digitalen Reifegrad bestimmen, Potenziale priorisieren und geeignete Lösungen schrittweise umsetzen. TRAIBER.NRW und AKIS.Ruhr unterstützen sie dabei, passende Ansätze zu identifizieren.

Mira Koglin und Sven Malama von der Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände e. V. zeigten in ihrem Vortrag „KI als Gamechanger“, wie Künstliche Intelligenz und KI-Agenten industrielle Prozesse verändern können. Die Anwendungsbeispiele reichten von der Analyse von Produktionsdaten und der Erkennung von Qualitätsfehlern bis zur Bearbeitung von Kundenanfragen und Ressourcenplanung. Besonders eindrücklich war ein KI-Agent, der die Entwicklung und Konstruktion einer technischen Spannvorrichtung weitgehend selbstständig übernahm. Die Vortragenden betonten, dass Unternehmen nicht nur einzelne Arbeitsschritte beschleunigen, sondern ganze Arbeitsabläufe neu denken sollten. Voraussetzung dafür ist, konkrete betriebliche Herausforderungen zu identifizieren und neben technologischen Möglichkeiten auch Datenqualität, Prozessorganisation sowie Kompetenzen und Akzeptanz der Beschäftigten zu berücksichtigen.

Fazit: Erfolgreiche KI-Anwendungen beginnen mit einem konkreten betrieblichen Problem. Passende Lösungen müssen gemeinsam entwickelt, praktisch erprobt und nachhaltig in den Arbeitsalltag integriert werden.

Unternehmen transformationsfähig machen und halten

Nils Malzahn vom Institute for Technologies and Management of Digital Transformation (TMDT) der Bergischen Universität Wuppertal erläuterte, wie Unternehmen der bergischen Zulieferindustrie ihre Transformationsfähigkeit langfristig stärken können. Viele Betriebe stehen weniger vor technischen als vor organisatorischen Herausforderungen, etwa fehlenden Daten, überlasteten Führungskräften und etablierten Routinen. Als zentrale Stellschrauben stellte Malzahn die strategische Positionierung, die operative Robustheit sowie die Befähigung und Führung der Beschäftigten heraus. Konkrete Ansätze sind die Erschließung neuer Märkte, Reifegrad- und SWOT-Analysen, eine verbesserte Datenerfassung und transparente Prozesse. Ebenso wichtig ist es, Führungskräfte und Beschäftigte einzubeziehen und ihnen die aktive Mitgestaltung von Veränderungen zu ermöglichen.

Fazit: Transformationsfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Strategie, verlässlichen Prozessen und Menschen, die Veränderungen gestalten können. TRAIBER.NRW unterstützt Unternehmen dabei, konkrete Handlungsfelder und passende Lösungen zu entwickeln.

Gute Rahmenbedingungen und regionale Zusammenarbeit schaffen

Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, machte deutlich, unter welchem Druck viele Unternehmen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Zugleich bieten die Forschungslandschaft, die vielfältige Unternehmensstruktur und die bestehenden Netzwerke in Nordrhein-Westfalen wichtige Voraussetzungen, um die Transformation aktiv zu gestalten. Investitionen können zusätzliche Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung setzen. Auch Förderangebote wie „Produktives.NRW“ unterstützen Unternehmen bei ihren Vorhaben. Darüber hinaus sind der Abbau bürokratischer Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen wichtig, damit Betriebe notwendige Veränderungen umsetzen können.

Fazit: Geeignete wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und gezielte Förderung können Unternehmen dabei unterstützen, die Transformation aktiv zu gestalten.

Stephan Vogelskamp, Geschäftsführer von automotiveland.nrw und BSWG, verdeutlichte in seiner Präsentation, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie längst in der Region angekommen ist. Die Bergische Region umfasst 431 identifizierte Automobilzulieferer und mehr als 115.000 Arbeitsplätze, wobei die Teilregionen unterschiedlich stark von der Automobilwirtschaft geprägt sind. Diese Vielfalt macht deutlich, dass die Transformation nicht von einzelnen Unternehmen im Alleingang bewältigt werden kann. Auf Grundlage gemeinsamer Handlungsfelder und regelmäßiger Strategiedialoge bildet TRAIBER.NRW einen etablierten Rahmen, um Maßnahmen zu koordinieren, Doppelarbeiten zu vermeiden und neue Schwerpunkte zu entwickeln. Unternehmen, Sozialpartner, Bildungsträger, Politik und Verwaltung können sich dabei einbringen, während die BSWG die Gesamtsteuerung und regionale sowie überregionale Vernetzung unterstützt.

Fazit: Die Transformation der bergischen Automobilwirtschaft erfordert einen koordinierten regionalen Schulterschluss und die langfristige Zusammenarbeit aller relevanten Akteure.

Achim Vanselow von der IG Metall Bezirksleitung NRW betonte in seinem Beitrag, dass Transformation nicht allein durch technologische Innovationen gelingt. Entscheidend sind ebenso eine passende Unternehmenskultur, konkrete Unterstützung für Betriebe vor Ort und eine enge sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit. Transformationswerkstätten und die aktive Beteiligung der Beschäftigten können dazu beitragen, Veränderungsprozesse verständlich und umsetzbar zu gestalten. Instrumente wie die Betriebslandkarte helfen dabei, betriebliche Herausforderungen zu erfassen und passgenaue Maßnahmen zu entwickeln. Der Austausch von Best-Practice-Beispielen ermöglicht es zudem, Erfahrungen weiterzugeben und erfolgreiche Ansätze in die betriebliche Praxis zu übertragen.

Fazit: Erfolgreiche Transformation braucht eine beteiligungsorientierte Unternehmenskultur, sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit und praxisnahen Erfahrungsaustausch.

Weiterbildung an den Anforderungen der Praxis ausrichten

Tobias Tielsch von der Bergischen Bildungscampus gGmbH zeigte mit seinem Beitrag, wie Zulieferbetriebe durch praxisnahe Weiterbildungsangebote in Robotik und Automatisierungstechnik unterstützt werden können. Angesichts neuer Technologien, veränderter Märkte und steigender Nachhaltigkeitsanforderungen wird technologische Transformation zunehmend auch zu einer Kompetenztransformation. Weiterbildung wird dabei häufig durch Zeitmangel, Kosten und personelle Engpässe sowie durch unklare Nutzenvorstellungen und betriebliche Strukturen erschwert. Zugleich bietet das praktische Erfahrungswissen der Beschäftigten eine wichtige Grundlage, um neue Kompetenzen aufzubauen. Flexible Formate wie modulare Microlearnings, individuelle Lernpfade und kurze Lerneinheiten nach dem Shopfloor-Prinzip sollen die Qualifizierung erleichtern und direkt an den betrieblichen Anforderungen ansetzen.

Fazit: Technologischer Wandel braucht gezielte Kompetenzentwicklung. Praxisnahe und flexible Weiterbildungsangebote helfen Unternehmen, Beschäftigte auf neue Aufgaben vorzubereiten und vorhandenes Wissen zu nutzen.

Gemeinsam Lösungen für die Region entwickeln

Die Jahresveranstaltung zeigte, wie vielfältig die Herausforderungen der Transformation sind und wie eng technologische, strategische, organisatorische und personelle Fragen miteinander verbunden sind. Eine klare Strategie, mutige Führung, gezielte Qualifizierung und geeignete Rahmenbedingungen bilden wichtige Voraussetzungen für den Wandel. Ebenso entscheidend ist es, voneinander zu lernen und tragfähige Netzwerke aufzubauen.

TRAIBER.NRW unterstützt diesen Prozess, indem das Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Anforderungen der betrieblichen Praxis verbindet und den Austausch zwischen Unternehmen, Sozialpartnern, Wissenschaft und weiteren regionalen Akteuren fördert.

Transformation gelingt, wenn wir größer denken, Kompetenzen zusammenbringen und den Wandel gemeinsam gestalten.

TRAIBER.NRW bedankt sich bei allen Referierenden, Teilnehmenden und Partnern für ihre Beiträge, die vielfältigen Perspektiven und den konstruktiven Austausch.

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